Front, dickes Ende und Systemvielfalt

Backend und Frontend

Frontend ist vorne die dünne Oberfläche, die nach außen hin sichtbar ist. Hier werden Daten eingegeben und angezeigt.
Diese Daten werden auf einen dicken Stapel gepackt - eine Datenbank.
Backend ist also hinten das dicke Datenende.
MS Access-Anwender werden jetzt erst einmal einwenden, dass das auch zusammen und ohne Trennung geht. Das das nicht immer zweckmäßig ist, wird im folgenden Abschnitt dargestellt.

Eine einmal erstellte größere Datenbank wird man so schnell nicht wieder los. Darum sollte man sich um den Datenspeicher (das Backend) zuerst und mit größter Sorgfalt kümmern, Änderungen hieran sind immer aufwendig und fast immer müssen die Eingabemasken und alles was damit zusammenhängt ebenfalls angepasst werden.

Und was passiert, wenn verschieden Anwender mit unterschiedlichen Systemen (Frontends) auf die Datenbank zugreifen wollen? Es ist nicht einmal möglich, mit Access 95 auf eine Access 2000 Datenbank zuzugreifen. Nach einer Umwandlung der Datenbank aus dem Access 95 Format zu Access 2000 gibt es allerdings kein zurück und die Access 95 Anwender sind abgehängt.
Trick (Beispiel): Wir lassen die Daten (und nur die Daten) in einer Datenbank im Access 95 Format. Die Formulare, Abfragen usw. werden in einer anderen Datenbank untergebracht (die dann eigentlich keine Datenbank mehr ist) und statt der Daten gibt es darin Verknüpfungen mit den Tabellen der originalen Datenbank. - Die Einteilung in Backend und Frontend ist erfolgt.

Systemvielfalt

Durch die Trennung in Back- und Frontend ist man freier in der Wahl von Datenbank-, Betriebs- und Rechnersystem.

Dupliziert man z. B. ein Access 97 Frontend und wandelt es in in das Access 2000 Format, arbeiten die Access 97 Anwender und die Access 2000 Anwender im Netzwerk mit ihren jeweiligen Frontends und haben als Backend eine gemeinsame Datenbasis. Diese kann dann auf einem der beiden Rechner oder auch auf einem separaten Rechner liegen.

Jetzt ist man aber nicht unbedingt mit Access als Backend zufrieden. Es kann auch (fast) jede andere Datenbank als Backend verwendet werden. Für Datenbanken geringerer Komplexität (als z.B. eine Oracle DB zulässt) kann die Freeware-Datenbank MySQL eingesetzt werden.

Das Betriebssystem ist natürlich vom gewählten darauf laufenden Backend abhängig. MySQL Engine's gibt es z.B. für Linux und für Windows. Eine Windows-Variante braucht ein Windows-Betriebssystem, eine Linux-Variante braucht ein Linux-Betriebssystem.

Frontends sind ebenso austauschbar. Beliebt hierfür sind Web-Browser, da sie praktisch auf jeder Plattform verfügbar sind. Zur Programmierung kann dann z.B. PHP verwendet werden.

Jede Datenbank hat ihre eigenen Zugriffsverfahren und sollte mit den dazu passenden Frontends bearbeitet werden. Frontends, die für andere Datenbanken erstellt wurden, können in der Regel nicht oder nicht direkt direkt verwendet werden. Sie sind zu diesem Zweck umzuprogrammieren oder es muß eine Übersetzung durch speziell dafür geschriebene OpenDataBaseConnectivity-Treiber stattfinden, die es für die meisten Fälle bereits gibt. Falls ODBC-Treiber vorhanden sind können sie auch schnell in das betreffende System eingespielt werden, gewöhnlich schafft man sich damit aber auch schnell Probleme ...

Dafür ein Beispiel bei folgender Konstellation:
MySQL DB 4.0.1-alpha-nt auf einem NT4.0 Server, Frontend ist Access 2002 auf einem NT4.0 Server mit ODBC 2.50.39
- Tabellen funktionieren nur mit klein geschriebenen Tabellennamen
- Die Verbindung bricht zwischen Back- und Frontend oft zusammen und die
  ODBC-Links im Access 2002 müssen von Hand nachbearbeitet und
  wiederhergestellt werden oder eine Visual-Basic-Routine im Frontend flickt
  alles wieder zusammen.
- Bei Access 97 und 2000 sind inzwischen die wichtigsten bugs bekannt und
  können "wegkonfiguriert" werden, über Access 2002 habe ich noch nichts   gefunden.
Kann sein, dass das nur die üblichen Anfangsschwierigkeiten sind, aber
es stört gewaltig ...

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